Was ist neu

Ab dem 2. August 2026 müssen Sie Menschen klar darüber informieren, wenn sie mit einer KI sprechen oder schreiben — im Moment des Kontakts, nicht im Kleingedruckten. Drei Pflichten sind für Mittelständler relevant: Chatbots und KI-Telefonassistenten müssen sich zu Beginn als KI zu erkennen geben; KI-generierte Inhalte (Bild, Audio, Video, Text) müssen maschinenlesbar markiert sein; Deepfakes müssen als künstlich erzeugt gekennzeichnet werden. Verstöße können mit bis zu 15 Mio. Euro oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden. Für die Markierungs- und Erkennungspflichten ist eine Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2026 im Gespräch.

FIG. 01  —  Transparenzpflicht · Art. 50ab 2. Aug 2026
Blueprint: Konformitäts-Stempel und Prüfplaketten (Transparenzpflicht)
Wer KI im Kundenkontakt einsetzt, muss es kenntlich machen — im Moment des Kontakts, nicht im Kleingedruckten.

Was es konkret bringt

Transparenz ist hier nicht nur Pflicht, sondern Vertrauensvorteil. Ein Hinweis wie „Sie sprechen mit dem digitalen Assistenten der Praxis Dr. Müller" am Gesprächsanfang erfüllt die Vorgabe — und Kunden empfinden das offene Vorgehen erfahrungsgemäß als seriös, nicht als Makel. Wichtig: Eine Kennzeichnung durch die Plattform (z. B. ein automatisches Wasserzeichen) ersetzt nicht Ihre eigene Hinweispflicht als Betreiber.

Beispiel

Eine Arztpraxis setzt einen KI-Telefonassistenten für die Terminvergabe ein. Ab August muss der Assistent hörbar zu Beginn jedes Anrufs ansagen, dass es sich um eine KI handelt — ein einziger Eröffnungssatz genügt. Eine Kanzlei mit Website-Chatbot ergänzt einen sichtbaren Hinweis direkt im Chatfenster. Beides ist mit wenigen Handgriffen umsetzbar, wenn man rechtzeitig dran denkt — und beides schützt vor Bußgeld.

Für Ihren Betrieb

  • Chatbot & KI-Telefon: klarer, wahrnehmbarer KI-Hinweis am Anfang jeder Interaktion — sichtbar (Chat) bzw. hörbar (Telefon).
  • KI-Inhalte (Texte, Bilder, Audio fürs Marketing) müssen als KI-generiert erkennbar sein.
  • Plattform-Label reicht nicht — die Hinweispflicht liegt bei Ihnen als Betreiber.
  • Bei Sprach- und Stimmdaten gilt zusätzlich die DSGVO — Einwilligung und saubere Verarbeitung sind Pflicht.

Fazit

Der 2. August 2026 ist kein Grund, auf KI im Kundenkontakt zu verzichten — sondern ein Anlass, sie sauber aufzusetzen. Richtig gekennzeichnet, schafft KI im Service sogar Vertrauen. Wir prüfen in einem kostenlosen Analysegespräch, ob Ihre Chatbots, KI-Telefonie und KI-Inhalte die neuen Transparenzpflichten erfüllen — bevor es teuer wird.

Quellen

EU AI Act, Artikel 50: artificialintelligenceact.eu/article/50

Greenberg Traurig (gtlaw.com), Juni 2026 — Bußgeldrahmen & Übergangsfrist